Informatives zur Wilhelminenkirche

Wilhelmine“, so nennt der Volksmund die Kirche an der Wilhelminenstraße oft. Falls jemand meint, dies sei der Name einer „evangelischen Heiligen“, hier die wirkliche Geschichte:

Der Broicher Bürger Ferdinand Roßkothen richtete zum Gedenken an seine in jungen Jahren tödlich verunglückte Frau Wilhelmine eine Stiftung ein. Im Jahre 1887 schenkte er der damals „freien“ Kirchengemeinde Broich ein Grundstück (heute Wilhelminenstraße 7 und 9) und Geld für einen Betsaal und das Pfarrhaus (Nutzung bis 1954). Die Straße erhielt dann 1892 den Namen Wilhelminenstraße.

Nachdem aus der „freien Broicher Gemeinde“ 1890 eine landeskirchliche geworden und die Zahl der Gemeindeglieder stark angestiegen war, machte sich das Presbyterium bald an die Planung eines Kirchenbaus: 1896 Kauf des Grundstücks für 17.900 Mark, 1897 Annahme des Bauplans, 1898 erster Spatenstich, 1899 Grundsteinlegung. Die Kirche wurde im Jahre 1901 fertiggestellt. Nach einer umfangreichen Neugestaltung fand die Wieder-Einweihung im Jahre 2001 statt, also zum 100. Geburtstag.

Die Kirche ist eine dreischiffige neugotische Hallenkirche mit Kreuzgrundriss, der fast wie ein Zentralbau wirkt. Die Konzeption war die einer protestantischen Predigtkirche, ein Kompromiss also zwischen altkirchlicher Tradition und reformatorischem Bauprogramm. Die Erbauer, allen voran der Mülheimer Architekt Heinrich Heidsiek (weitere Kirchen: 1899 Luther in Oberhausen, 1914 Johannis in Mülheim), errichtete die Kirche aus dem heimischen Ruhrsandstein. Der Steinbruch liegt ganz in der Nähe. Zusammen mit den Seitenemporen finden heute etwa 500 Menschen (ursprünglich über 800) in der Kirche Platz.

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